„Auf Deiner Webseite tut sich aber nicht besonders oft etwas.“
Diesen oder einen ähnlichen Satz habe ich schon mehr als einmal gehört. Und wisst Ihr was? Er stimmt sogar – zumindest dann, wenn man nur das betrachtet, was auf meiner Webseite sichtbar neu erscheint. Meine Blog-Artikel folgen keinem festen Veröffentlichungsrhythmus. Neue Galerien erscheinen nicht jeden Monat und manchmal vergeht eine ganze Weile, bevor es hier wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Das liegt allerdings nicht daran, dass ich meine Webseite vergesse oder meine Kamera irgendwo im Schrank verstaubt. Vielmehr habe ich mich ganz bewusst dagegen entschieden, aus meiner Fotografie und dieser Webseite eine weitere Verpflichtung zu machen. Denn davon hält der Alltag schließlich schon genügend bereit.
Meine Fotografie hat ihre eigenen Jahreszeiten
Schon die Fotografie selbst verteilt sich bei mir nicht gleichmäßig über das Jahr. Wenn im Frühling die Natur wieder erwacht, die ersten Pflanzen sprießen und langsam wieder Farbe in die Landschaft kommt, zieht es mich mit der Kamera nach draußen. Im Sommer gibt es für mich ohnehin überall etwas zu entdecken und auch den Herbst mag ich mit seinen Farben und seiner ganz besonderen Atmosphäre sehr.
Der Winter dagegen darf gerne Winter sein – nur meistens ohne mich und meine Kamera. Kalte oder gar frostige Temperaturen sind ziemlich zuverlässig dazu geeignet, meine fotografischen Ambitionen vorübergehend einzufrieren.
Ich fotografiere also vor allem dann, wenn Wetter, Jahreszeit, Gelegenheit und meine eigene Lust darauf zusammenpassen. Schon dadurch entstehen ganz natürliche Phasen, in denen viele neue Fotos hinzukommen – und andere, in denen es ruhiger wird. Und das darf auch so sein.
Fotografie ist für mich ein kreativer Ausgleich. Ich möchte nicht mit der Kamera losziehen, weil meine Webseite dringend neues Material benötigt. Ich möchte fotografieren, weil ich etwas entdecke, das mich interessiert, weil mich das Licht nach draußen lockt oder weil ich Lust darauf habe, mich mit einem Motiv auseinanderzusetzen.
Mit dem Auslösen ist die Arbeit noch lange nicht erledigt
Was später als fertiges Foto auf meiner Webseite erscheint, hat meistens bereits einen ziemlich langen Weg hinter sich.
Nach dem Fotografieren versuche ich, meine Aufnahmen möglichst zeitnah zu sichten und zu kuratieren. Im normalen Alltag funktioniert das allerdings nicht immer sofort. Dann dürfen die Fotos eben auch einmal drei oder vier Tage liegen bleiben.
Bei der Auswahl nehme ich mir bewusst Zeit. Ich lasse meine Fotos nicht automatisch durch eine KI aussortieren, sondern sehe sie selbst durch und beurteile sie unter anderem in der 100-Prozent-Ansicht. Schärfe, Ausdruck, Gestaltung und weitere fotografische Kriterien entscheiden darüber, welche Aufnahmen es in meine Auswahl schaffen. Je nachdem, wie viele Fotos entstanden sind, kann allein diese Auswahl ein bis zwei Tage dauern.
Anschließend beginnt die eigentliche Entwicklung. Für ein einzelnes Foto benötige ich dabei durchschnittlich etwa 15 bis 25 Minuten. Gerade bei Porträts arbeite ich viel mit selektiven Anpassungen und Masken – beispielsweise für Gesicht, Haare oder Augen. Hinzu kommen je nach Aufnahme Korrekturen am Hintergrund, an der Blickführung oder an kleinen Details.
Dabei geht es mir nicht um makellose Perfektion. Das Echte und die Wirkung eines Fotos sind mir wesentlich wichtiger. Sorgfältig arbeiten möchte ich trotzdem.
Nicht jedes gute Foto gehört auf die Webseite
Und selbst nach Auswahl und Entwicklung ist noch lange nicht entschieden, was Ihr später tatsächlich hier sehen werdet. Für meine Galerien treffe ich noch einmal eine eigene Auswahl. Ausdruck, Stimmung, fotografische Wirkung und die Aussage eines Fotos müssen für mich stimmen. Gleichzeitig soll eine Galerie als Ganzes funktionieren.
Gerade bei meinen Porträtserien bin ich dabei sehr selektiv. Häufig schaffen es nur etwa fünf bis fünfzehn Fotos in eine Galerie – auch wenn wesentlich mehr Aufnahmen entstanden, ausgewählt und entwickelt worden sind.
Die übrigen Fotos sind deshalb nicht automatisch schlechter. Viele davon wurden an die fotografierte Person weitergegeben oder verbleiben einfach in meinem persönlichen Archiv. Nur weil mir ein Foto gefällt, muss es nicht zwangsläufig auf meiner Webseite landen.
Das ist ein Unterschied, den man von außen natürlich kaum sehen kann: Zwischen „Das ist ein gutes Foto“ und „Dieses Foto möchte ich auf meiner Webseite zeigen“ liegt für mich eine weitere Entscheidung.
Vieles passiert dort, wo Ihr es gar nicht sehen könnt
Auch an der Webseite selbst arbeite ich wesentlich häufiger, als neue Veröffentlichungen vermuten lassen. Eine Webseite besteht schließlich nicht nur aus Fotos und Texten, die Ihr auf dem Bildschirm seht. Im Hintergrund müssen ebenfalls Dinge gepflegt, aktualisiert und gelegentlich gründlich aufgeräumt werden.
Ich überarbeite ältere Seiten und Texte, kümmere mich um SEO, überprüfe technische Einstellungen, passe CSS- oder JavaScript-Dateien an, entferne nicht mehr benötigte Inhalte und halte auch rechtliche Seiten wie Datenschutzerklärung und Impressum im Blick. Neue Inhalte werden vorbereitet und bestehende Strukturen immer wieder überprüft.
Bei einem Blog-Artikel kommt noch die Recherche hinzu. Wenn ich über ein Thema schreibe und darin Fakten nenne, möchte ich diese vor der Veröffentlichung möglichst zuverlässig überprüfen und belegen können. Ein ausführlicher Blog-Artikel kann deshalb durchaus ein oder zwei Tage Arbeit bedeuten.
Manchmal habe ich also mehrere Stunden an meiner Webseite gearbeitet – und wenn Ihr sie anschließend aufruft, sieht sie beinahe genauso aus wie vorher. Willkommen in der wunderbaren Welt der Webseitenpflege.
Fotografie hat einen hohen Stellenwert – aber nicht den höchsten
Dann gibt es natürlich noch einen ziemlich entscheidenden Faktor: das Leben außerhalb dieser Webseite. Ich bin nicht nur Fotografin. Ich bin Ehefrau und Mutter, führe einen Haushalt und habe einen Alltag mit all den Aufgaben, Terminen und Verpflichtungen, die dazugehören. Einkaufen, kochen, Wäsche, Fahrdienste und vieles mehr erledigen sich bedauerlicherweise noch immer nicht von selbst.
Für die Arbeit an meiner Webseite finde ich meistens morgens, mittags oder abends kleinere Zeitfenster. Mit der Fotografie ist das schwieriger. Sie braucht nicht nur freie Zeit, sondern auch die passende Gelegenheit, das richtige Wetter und genügend Energie.
An Wochenenden stehen außerdem Familie, Freunde oder gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm. Und nach einer anstrengenden Woche bin ich manchmal schlicht froh, überhaupt nichts tun zu müssen. Ja, auch meine Kamera darf dann liegen bleiben.
Manchmal lese ich lieber ein Buch, höre Musik oder schlafe auf der Couch vor dem Fernseher ein und stelle zwei Stunden später etwas irritiert fest, dass ich von dem Film erstaunlich wenig mitbekommen habe. Auch das gehört zu meinem Leben. Ich liebe die Fotografie sehr. Aber noch mehr liebe ich meine Familie. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass die Fotografie trotz ihres hohen Stellenwerts manchmal warten muss.
Aus Freude soll keine Verpflichtung werden
Der wichtigste Grund für meine unregelmäßigen Veröffentlichungen ist allerdings nicht allein die begrenzte Zeit. Noch wichtiger ist mir die Freiheit, die ich mir erhalten möchte. Ich möchte nicht am Monatsende vor meiner Webseite sitzen und überlegen müssen, was ich noch schnell veröffentlichen könnte, damit wieder etwas Neues erscheint. Ich möchte keinen Redaktionskalender erfüllen und auch nicht mit der Kamera losziehen, weil ich dringend neue Fotos benötige.
Vor einiger Zeit habe ich aus einem ähnlichen Grund die Kommentarfunktion meiner Webseite entfernt. Mit Kommentaren entstanden für mich zunehmend gegenseitige Erwartungen: lesen, antworten und auch auf anderen Webseiten kommentieren. Aus etwas Freiwilligem entwickelte sich für mich langsam eine Verpflichtung. Seit diese Funktion verschwunden ist, fühle ich mich damit wohler.
Wenn ich etwas zu erzählen habe, schreibe ich. Wenn eine Fotoserie für mich bereit für eine Galerie ist, veröffentliche ich sie. Wenn es eine Weile nichts Sinnvolles zu zeigen oder zu erzählen gibt, bleibt es eben etwas ruhiger. Fotografie soll für mich weiterhin Ausgleich sein und Freude machen – und keine weitere Position auf einer ohnehin schon ausreichend langen Aufgabenliste werden.
Lieber unregelmäßig – dafür mit Überzeugung
Natürlich bewundere ich Fotograf:innen und Blogger:innen, die sehr regelmäßig neue Inhalte veröffentlichen können. Das kann wunderbar funktionieren. Für mich passt ein solcher Rhythmus allerdings nicht – und inzwischen möchte ich ihn auch gar nicht mehr.
Wenn hier ein neuer Blog-Artikel erscheint, möchte ich hinter dem stehen, was darin geschrieben wurde. Wenn ich Euch eine neue Galerie zeige, möchte ich die darin enthaltenen Fotos bewusst ausgewählt haben. Und wenn ich an meiner Webseite arbeite, darf diese Arbeit manchmal auch vollkommen unsichtbar bleiben.
Diese Webseite begleitet meine Fotografie und meine persönliche Weiterentwicklung. Sie darf sich verändern, wachsen und zwischendurch auch einmal stillstehen. Denn Fotografie bedeutet für mich bewusstes Hinsehen und Innehalten. Sie ist ein kreativer Ausgleich in einem Alltag, der ohnehin oft genug von Terminen und Verpflichtungen bestimmt wird.
Wenn hier etwas Neues erscheint, dann möchte ich, dass es Hand und Fuß hat, sorgfältig vorbereitet wurde und Euch etwas bietet, das über ein neues Datum im Blog hinausgeht.
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