Für Porträt-Fotografie spielt der Ort eine wichtige Rolle. Er prägt den Hintergrund eines Fotos und beeinflusst oft auch die Situation während eines Shootings. Feste Locations, die ich meinen Akteuren vorgebe, gibt es bei mir bewusst nicht. Der Ort entsteht meist im Gespräch mit der Person, die fotografiert werden möchte.
Wichtig ist vor allem, dass sich beide Seiten an einem Ort wohlfühlen. Wenn jemand sich an einer Location unwohl fühlt, sieht man das später häufig auch auf den Fotos. Trotzdem gibt es im Saarland einige Orte, zu denen ich immer wieder gerne zurückkehre. Jeder von ihnen bietet andere Hintergründe und Möglichkeiten für Porträts.
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Sehr gerne fotografiere ich auf dem frei zugänglichen Außengelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Mich reizt vor allem der Kontrast zwischen moderner Porträt-Fotografie und den alten Gebäuden dieser ehemaligen Industrieanlage.
Überall sieht man Spuren der Vergangenheit: alte Mauern, Stahlkonstruktionen und Bereiche, an denen der Zahn der Zeit deutlich sichtbar ist. Genau dieser Gegensatz macht den Ort für Porträts interessant. Zwischen alten Strukturen entstehen Fotos, die einen starken Kontrast zur Umgebung bilden.
Hinzu kommt die große Vielfalt an Hintergründen. Eine alte Lokomotive, schmale Gassen zwischen Gebäuden, rohe Mauern, beschädigte Fenster, Zäune oder Treppen eröffnen viele Möglichkeiten für unterschiedliche Bildideen. Am liebsten fotografiere ich dort morgens oder am Nachmittag, wenn das Licht ruhiger wirkt.
Altstadt von Saarlouis
Einen ganz anderen Eindruck vermittelt die Altstadt von Saarlouis. Enge Gassen, Kopfsteinpflaster und hohe alte Gebäude prägen das Bild der Stadt. Beim Fotografieren fällt mir immer wieder auf, wie viele kleine Details sich in die Fotos einbauen lassen.
Statuen, Säulen oder alte Mauern können einen Hintergrund ergänzen, ohne vom eigentlichen Motiv abzulenken. Die Stadt besitzt zudem einen besonderen Charme, der sich auch auf den Fotos wiederfindet.
Neben den Gassen der Altstadt bietet auch der Marktplatz mit seinem Brunnen interessante Möglichkeiten. In unmittelbarer Nähe liegt außerdem ein weitläufiger Park. Fotografieren kann man in Saarlouis eigentlich zu jeder Tageszeit. Selbst abends entstehen in den engen Gassen oft sehr ruhige und stimmungsvolle Fotos.
Stillgelegte Bahngleise in Geislautern
Die stillgelegten Bahngleise in Geislautern wirken deutlich rauer als die zuvor genannten Orte. Zwischen den Gleisen wächst Gras, Büsche breiten sich aus und vieles wirkt, als hätte sich die Natur den Ort langsam zurückgeholt.
Gerade diese Mischung macht den Reiz aus. Der Ort wirkt nicht geschniegelt oder perfekt, sondern ein wenig wild und unaufgeräumt. Genau das passt gut zu natürlichen Porträts.
Die Gleise selbst können im Foto eine starke Linie bilden. Sie führen den Blick des Betrachters durch das Foto und geben dem Bild eine klare Richtung.
Deutsch-Französischer Garten in Saarbrücken
Der Deutsch-Französische Garten in Saarbrücken zeigt eine ganz andere Seite. Hier dominieren Grünflächen, Blumenbeete, große Bäume und Wasserflächen. Gerade im Frühjahr und Sommer entstehen dort farbenreiche Hintergründe. Blumen, breite Wege, Treppen oder Mauern lassen sich gut in ein Porträt integrieren. Auch der See mit seiner Fontäne kann Teil eines Fotos werden.
Der Park bietet viele Möglichkeiten, sich beim Fotografieren frei zu bewegen und verschiedene Bildideen umzusetzen.
Porträts im Wald
Manche Porträts entstehen auch im Wald oder an Waldrändern. Dort ist es meist deutlich ruhiger als in der Stadt. Zwischen Bäumen und Wegen entstehen Fotos mit einem ganz anderen Hintergrund.
Das Licht fällt gefiltert durch die Baumkronen, Farben wirken natürlicher und die Umgebung lenkt weniger ab. Für viele Menschen ist der Wald ein Ort, an dem sie zur Ruhe kommen – und genau diese Ruhe spiegelt sich häufig auch in den Fotos wieder.
Der richtige Ort entsteht im Gespräch
Die genannten Orte sind nur einige Beispiele für Locations im Saarland. Oft ergeben sich neue Plätze ganz spontan – etwa an Feldern, auf ruhigen Wegen oder an Orten, die für die fotografierte Person eine besondere Bedeutung haben.
Am Ende ist der Ort immer nur ein Teil des Fotos. Entscheidend bleibt der Mensch vor der Kamera. Wenn sich jemand an einem Ort wohlfühlt, entstehen Fotos meist ganz von selbst.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich Porträts am liebsten draußen fotografiere. Jeder Ort bringt seine eigenen Möglichkeiten mit – und manchmal entsteht daraus genau das Foto, das man sich vorher gar nicht vorstellen konnte.
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