Nach meinen ersten zehn Lieblingsorten im Saarland folgt nun Teil 2 – mit weiteren Plätzen, die zeigen, wie vielseitig und fotogen unser kleines Bundesland ist. Von stillen Weihern über verwunschene Wege bis zu Aussichtspunkten mit Weitblick: Diese Orte lohnen sich für jeden, der gern mit offenen Augen durch's Land geht.
1. Kaltensteinpfad – Lebach
Ein ruhiger Rundweg auf dem Hoxberg, mit wechselndem Licht zwischen Wald, Wiesen und Felsen. Besonders schön, wenn Morgendunst über den Feldern hängt und die Sonne durch die Äste blinzelt.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil hier alles entschleunigt. Man hört den Wind, sieht den Atem des Waldes – und das Licht verändert mit jedem Schritt die Stimmung.
Tipp:
Im Frühherbst oder nach Regen lohnt sich ein Besuch besonders – feuchte Luft und Blätter bringen das Licht im Wald richtig zum Leuchten.
🕓 Beste Zeit: Früher Morgen / Herbst
📷 Empfohlenes Objektiv: Weitwinkel (16–35 mm)
🚗 Zugang: Parkplatz am Hoxberg, Einstieg direkt am Rundweg
2. Schauinslandweg – Ottweiler
Ein Premiumwanderweg mit sanften Hügeln, Streuobstwiesen und herrlicher Aussicht – typisch Saarland, nur viel stiller, als man denkt.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil sich hier das Licht nie zweimal gleich anfühlt. Jeder Tag bringt andere Farben – und jedes Foto erzählt eine neue Geschichte.
Tipp:
Ein Fernauslöser oder Stativ lohnt sich – auf den offenen Höhen lassen sich wunderbar Selbstporträts oder Silhouetten im Gegenlicht aufnehmen.
🕓 Beste Zeit: Spätnachmittag / Frühsommer
📷 Empfohlenes Objektiv: Standardzoom (24–70 mm)
🚗 Zugang: Parkplatz am Wanderportal Ottweiler
3. Altstadt Saarlouis
Zwischen Festungsanlagen und Altstadtgassen liegen unzählige kleine Motive: alte Türen, Lichtreflexe auf Kopfsteinpflaster, Straßencafés.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil er Geschichte atmet – und trotzdem lebendig bleibt. Ein Ort, an dem Moderne und Vergangenheit freundlich nebeneinander stehen.
Tipp:
Abends durch die Gassen schlendern – die Laternenbeleuchtung und Schaufenster sorgen für stimmungsvolles, warmes Licht, perfekt für Streetfotografie.
🕓 Beste Zeit: Abend / blaue Stunde
📷 Empfohlenes Objektiv: 35 mm Festbrennweite
🚗 Zugang: Altstadtparkhäuser oder Festungsring
4. Kriegsgräberstätte Tholey
Ein stiller, geschichtsträchtiger Ort – ein bisschen melancholisch, aber unglaublich friedlich. Zwischen Bäumen und Steinreihen entsteht ein ganz eigenes Licht.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil er zeigt, wie still Frieden aussehen kann. Kein klassischer Fotospot, aber einer, der berührt.
Tipp:
Am späten Nachmittag fotografieren, wenn die Sonne flach steht – die langen Schatten verstärken die Tiefe und Struktur zwischen den Grabreihen.
🕓 Beste Zeit: Später Nachmittag
📷 Empfohlenes Objektiv: Tele (70–200 mm)
🚗 Zugang: Parkplatz am Waldrand Tholey
5. Steinmänner am Keltenring – Otzenhausen
Eine geheimnisvolle Landschaft aus Felsen, Steinhaufen und uralten Mauern. Wenn Nebel aufzieht, wird der Ort beinahe mystisch.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil man hier das Gefühl hat, die Zeit hätte kurz angehalten – nur das Licht bewegt sich weiter.
Tipp:
Unbedingt früh am Morgen kommen – im Nebel wirken die Steine wie Figuren im Dunst. Und festes Schuhwerk nicht vergessen, der Boden ist uneben.
🕓 Beste Zeit: Morgen / leichter Nebel
📷 Empfohlenes Objektiv: Weitwinkel (16–35 mm)
🚗 Zugang: Parkplatz Keltischer Ringwall Otzenhausen
6. Bliesgau Biosphärenreservat
Ein Paradies für Naturfotografie: sanfte Hügel, Streuobstwiesen, Feldwege und endlose Horizonte.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil dort alles echt ist – nichts wirkt inszeniert, und jedes Foto riecht nach Gras und Sommerluft.
Tipp:
Am besten früh am Morgen losziehen – wenn der Tau noch auf den Wiesen liegt und das Licht weich über die Hügel fällt. Besonders schön: Gegenlichtaufnahmen mit Gräsern oder Baumreihen im Vordergrund.
🕓 Beste Zeit: Frühjahr / Sonnenaufgang
📷 Empfohlenes Objektiv: Tele (70–200 mm)
🚗 Zugang: Parkmöglichkeiten an den Wanderwegen bei Bliesmengen-Bolchen
7. Absinkweiher Luisenthal
Ein stiller Ort zwischen Wasser, Schilf und alten Industrieanlagen – eine unerwartete Mischung aus Natur und Geschichte.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil hier Stille und Vergangenheit sich treffen – ein Platz für ruhige Fotos und Gedanken.
Tipp:
Ein leicht bedeckter Himmel sorgt hier für die besten Spiegelungen – dann wirkt das Wasser fast samtig. Wenn Du Glück hast, spiegeln sich alte Industriegebäude im ruhigen Wasser und ergeben spannende Kontraste.
🕓 Beste Zeit: Morgen / Spätherbst
📷 Empfohlenes Objektiv: Standardzoom (24–105 mm)
🚗 Zugang: Parkplatz am Weiherufer Luisenthal
8. Garten der Sinne – Merzig
Ein liebevoll angelegter Park mit Themenbereichen, Duftgärten und stillen Ecken – ideal zum Entschleunigen und Fotografieren.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil er zeigt, dass Naturgestaltung Kunst sein kann – ruhig, geordnet, aber lebendig.
Tipp:
Frühmorgens ist der Garten noch leer und das Licht fällt flach über die Beete – perfekt für Detail- und Makroaufnahmen. Wenn Du Blüten fotografierst, nimm Dir Zeit, das Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln zu entdecken.
🕓 Beste Zeit: Frühjahr / blühende Saison
📷 Empfohlenes Objektiv: Makro (90–105 mm) oder 50 mm Festbrennweite
🚗 Zugang: Parkplatz Garten der Sinne Merzig
9. Schaumbergplateau – Tholey
Der Schaumberg bietet einen der besten Rundblicke im Saarland – von hier sieht man weit bis zur Pfalz und ins Bliesgau.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil Weite hier fühlbar wird. Ein Ort zum Durchatmen – und für Panoramen mit Seele.
Tipp:
Zum Sonnenuntergang lohnt sich ein Weitwinkelobjektiv – das Licht über den Hügeln ist dann besonders klar. Wer gern' Panoramen aufnimmt, sollte etwas früher oben sein, um sich einen guten Standpunkt zu sichern.
🕓 Beste Zeit: Abend / blaue Stunde
📷 Empfohlenes Objektiv: Weitwinkel (16–35 mm) oder 24 mm Festbrennweite
🚗 Zugang: Parkplatz am Schaumbergturm
10. Alte Eisenbahnbrücke – Wadern
Zwischen Wald und Wasser spannt sich eine alte Brücke über das Tal – ein Stück Industriekultur inmitten von Natur.
Warum ich diesen Ort mag:
Weil er perfekt für Schwarz-Weiß Fotografie ist – Form, Struktur und Licht spielen dort wunderbar zusammen.
Tipp:
Ideal bei leicht bewölktem Himmel oder nach Regen – dann bekommt das Metall Struktur und Tiefe. Mit einem Stativ lassen sich feine Linien und Perspektiven betonen, besonders in Schwarz-Weiß.
🕓 Beste Zeit: Nachmittag / bedeckter Himmel
📷 Empfohlenes Objektiv: Standardzoom (24–70 mm) oder leichtes Tele (85–135 mm)
🚗 Zugang: Fußweg ab Wadern-Lockweiler, ca. 10 Minuten
Alle Objektivempfehlungen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und Vorlieben. Sie sollen als Inspiration dienen – nicht als feste Regel.
Diese zehn Orte sind für mich kleine Erinnerungen an das, was Fotografie ausmacht: Sehen, Fühlen und Geduld. Das Saarland steckt voller solcher Momente – man muss nur die Zeit finden, sie wahrzunehmen. Oft sind es die unscheinbaren Wege, die das schönste Licht bereithalten. Und manchmal genügt schon ein kurzer Halt, um zu spüren, warum man überhaupt fotografiert.
Weiterstöbern
Frage zum Artikel? info@sh-fotografie-saar.de(Betreff ist vorbereitet)