07.02.2026 | DxO PureRAW 5 im Praxistest

Die Qualität einer RAW-Datei entscheidet maßgeblich über das spätere Endergebnis.
DxO PureRAW 5 optimiert RAW-Dateien, bevor die kreative Bearbeitung beginnt.

Wer im RAW-Format fotografiert, kennt die Reserven – aber auch die Grenzen. Besonders bei höheren ISO-Werten zeigen sich Rauschen, Detailverlust oder optische Schwächen deutlicher als gewünscht. Genau hier setzt DxO PureRAW 5 an.

Die Software versteht sich nicht als Ersatz für Lightroom oder andere RAW-Programme. Sie ist eine spezialisierte Optimierungsstufe vor der eigentlichen Bildbearbeitung. Ziel ist es, aus der RAW-Datei technisch das Maximum herauszuholen, bevor die kreative Entwicklung beginnt.

Wer steckt hinter DxO?

Hinter der Software steht DxO Labs, ein französisches Unternehmen mit Sitz in Paris. Gegründet Anfang der 2000er-Jahre, wurde DxO zunächst durch präzise Kamera- und Objektivanalysen bekannt. Diese technische Expertise bildet bis heute die Grundlage ihrer Programme. Zum Portfolio gehören unter anderem: DxO PhotoLab, DxO ViewPoint, DxO FilmPack und Nik Collection. Der Fokus liegt klar auf Bildqualität und präziser technischer Optimierung. Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Webseite: DxO Bildbearbeitungssoftware.

Was ist DxO PureRAW 5?

DxO PureRAW 5 ist eine eigenständige Standalone-Software. Es handelt sich nicht um einen vollwertigen RAW-Konverter wie Lightroom, sondern um ein Vorverarbeitungs-Tool. Das Programm analysiert RAW-Dateien anhand konkreter Kamera-Objektiv-Profile, reduziert Rauschen mithilfe der DeepPRIME-Technologie und korrigiert optische Fehler automatisch. Anschließend wird eine optimierte DNG-Datei exportiert, die im gewohnten Programm weiterentwickelt werden kann.

Mehr macht das Programm nicht. Und genau das empfinde ich als Stärke. Es geht nicht um Looks, Filter oder kreative Spielereien. Es geht ausschließlich darum, die technische Ausgangsbasis zu verbessern.

Workflow in der Praxis

Der Ablauf ist bewusst schlank gehalten: RAW-Datei importieren, Optimierung starten, DNG exportieren und anschließend im gewohnten Bildbearbeitungsprogramm weiterarbeiten.

Das bedeutet einen zusätzlichen Arbeitsschritt und größere Dateien, da die erzeugten DNGs mehr Speicher benötigen. Gleichzeitig erhält man jedoch eine deutlich ruhigere Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung.

Das Programm wird als Einmalzahlung angeboten. Es handelt sich nicht um ein Abo-Modell, was ich persönlich als angenehm empfinde. Upgrades auf neue Hauptversionen sind kostenpflichtig.

Mein Praxistest bei ISO 6400

Das folgende Foto entstand bei ISO 6400 mit meiner Sony Cybershot-DSC RX10 Mark IV im Innenraum. Es wurde ursprünglich ganz normal in Lightroom entwickelt – zu einem Zeitpunkt, als ich DxO PureRAW 5 noch nicht kannte.

Innenaufnahme einer Pietà-Figur bei ISO 6400 – sichtbar feines Rauschen in dunklen Bereichen

Innenaufnahme bei ISO 6400 mit der Sony Cybershot-DSC RX10 Mark IV – das Foto wurde ursprünglich
in Lightroom entwickelt und dient als Ausgangspunkt für den folgenden Vergleich.

Um den Unterschied sichtbar zu machen, habe ich einen ausgewählten Bildbereich als 100%-Ausschnitt gegenübergestellt.

Ausschnitt nach der Entrauschung mit DxO PureRAW 5Ausschnitt vor der Entrauschung – Original RAW
Original
DxO PureRAW 5

Im direkten Vergleich zeigt sich besonders in der glatten Wandfläche und in den dunklen Stoffpartien, wie deutlich das Rauschen reduziert wird. Gleichzeitig bleibt die Struktur des Steinsockels erhalten. Das Foto wirkt ruhiger und klarer, ohne an Details einzubüßen.

Der Unterschied ist nicht spektakulär im Sinne eines Show-Effekts – sondern technisch präzise und nachvollziehbar.

Was das Programm kann – und was nicht

In meinem Test konnte ich beobachten, dass starkes ISO-Rauschen effektiv reduziert wird, während Details sichtbar erhalten bleiben. Gerade bei höheren ISO-Werten kann das spürbar mehr Spielraum in der weiteren Bearbeitung bedeuten.

Was PureRAW 5 nicht kann: Fehlfokus korrigieren, Bewegungsunschärfe reparieren oder kreative Entscheidungen ersetzen. Es ist kein Allheilmittel, sondern ein spezialisiertes Werkzeug.

Stimmen aus der Community

Viele Anwenderinnen und Anwender berichten von einem sichtbaren Detailerhalt trotz intensiver Rauschreduzierung – insbesondere im Bereich Wildlife- und Natur-Fotografie. Kritisch angemerkt werden häufig die größeren Dateigrößen sowie der zusätzliche Workflow-Schritt. Beide Perspektiven sind nachvollziehbar und hängen stark vom individuellen Arbeitsstil ab.

Für wen ist DxO PureRAW 5 besonders geeignet?

Sinnvoll ist das Programm vor allem für Natur- und Tierfotografie, Wildlife mit höheren ISO-Werten, Available-Light-Situationen, detailreiche Motive sowie für ambitionierte RAW-Fotografierende, die maximale technische Qualität wünschen.

Weniger relevant ist es für reine JPEG-Workflows, Studiofotografie bei niedrigen ISO-Werten sowie für Anwenderinnen und Anwender, die kaum mit RAW arbeiten.

Mein Fazit

DxO PureRAW 5 konzentriert sich ausschließlich auf die technische Optimierung von RAW-Dateien. Es ersetzt keine Bildbearbeitung, sondern verbessert die Grundlage dafür. Mehr macht das Programm nicht. Aber genau diese gezielte „Glättung“ der RAW-Datei bringt bereits enorm viel.

Ich arbeite erst seit kurzer Zeit damit, doch gerade bei schwierigen Lichtbedingungen liefert es sichtbar bessere Ausgangsdaten für die weitere Entwicklung. Kein Marketingversprechen, sondern ein präzises Werkzeug für alle, die aus ihren RAW-Dateien technisch das Maximum herausholen möchten.

Weiterstöbern

Frage zum Artikel? info@sh-fotografie-saar.de(Betreff ist vorbereitet)